Kabir Bedi Fanclub

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Bollywood Hollywood and Beyond - ein Zuschauerbericht

Kabir BediPosted by Kabir Bedi Fanclub 04 Jul, 2011 11:27:39
Hier der Auszug, Kabir Bedi betreffend:

Kabir Bedi versuchte dann, die zwei Hauptthemen zusammenzufügen, und er sprach lange über die Philosophie der Filmproduktion in Bollywood im Gegensatz zu Hollywood. Hollywood macht seiner Meinung nach Filme des Geschäftes wegen und um Oscars zu gewinnen (was letztlich auch des Geldes wegen ist), sodass das Resultat sehr wichtig ist und dieses verknüpfte er mit den Vorarbeiten für die Produktion. Bollywood ist im Gegensazt dazu lässiger: Die Vorproduktion findet gleichzeitig zur Produktion statt. Indische Produzenten, sagt er, sind die mutigsten der Welt, weil sie ihr Geld für etwas einsetzen, was oft nicht eindeutig definiert ist und sicherlich nicht garantiert zum Erfolg führt.

Kabir Bedi zeigte auch einen interessanten Punkt über Inder auf, die nicht große Planer seien, aber in dafür phantastisch im Improvisieren. Ein oder zwei Dinge über Eventplanung wissend, konnte ich bei diesem Kommentar, der eigentlich die Kreativität des indischen Films loben sollte, nicht umhin zu prusten, weil meiner geringen Einschätzung nach ständig Improvisation nötig ist, wenn etwas genau geplant ist. Außerdem sind kreative Lösungen wunderbar, um aus einer unvorhergesehenen schwierigen Situation herauszukommen, aber sie sollten nicht die Norm sondern die Ausnahme sein. Als ich also gemeinsam mit Kabir Bedi über die Findigkeit des Teams applaudierte, die für nur einen Tag einen Elefanten zu den Sets schafft, fahre ich fort, noch mehr Achtung vor dem Team zu haben, das durch das Skript Monate im voraus weiß, dass ein Elefant gebraucht wird, sich darum kümmert und sicher stellt, daß der besondere Gast pünktlich geliefert wird.

Natürlich sind das Verallgemeinerungen, und weder machen alle indischen Filmproduzenten alles in letzter Minute noch sind Hollywood Filmmannteams stets auf alles vorbereitet, aber wenn Kabir Bedi sagte "wir sind keine Planer, aber große Improvisierer", klang es sehr deutlich und nicht unbedingt auf die gute Art.

Ich habe beschlossen, den Teil von Bedis Rede bezüglich Filmproduktion in Europa etwas zu übergehen, weil er nicht immer zu wissen schien, wovon er sprach, als seine ganze Argumentation auf der Erklärung basierte, dass "Europa durch die Sprache geteilt sei". Es mag sein, dass dies der Fall ist (obwohl nicht klar ist, wieso das anders als in ganz Indien ist), aber Europa hat auch eine hoch produktive Synchronisationsbranche, die, ohne gegen Untertitel empfindlich zu sein, sicherstellt, dass das Publikum Filme von jedem Teil des Kontinents ansehen können, ohne irgendwie von der Tatsache abgehalten zu werden, dass der Film in einer Sprache gedreht wurde, die es nicht verstehen. Jedenfalls war der Punkt auf den er abzielte, als er Europa in die Diskussion warf, daß indische Filmproduzenten mehr Aufmerksamkeit auf diesen Markt richten sollten, anstatt sich auf Nordamerika zu fokussieren, was ganz sicherlich meinen Geschmack trifft.

Dolce and Namak Talk Indian Movies


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